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Sonstiges

Angeklater von Neunburg wollte Rapper Fler umbringen

Ein Neunburger Mörder wurde gefasst. Nun stellt sich heraus, er wollte den Rapper Fler töten!!

 

Angeklagt ist ein 24 jähriger. Es geht um den Mord an einem 21 jährigen Rumänen, doch nun steht der Maskulin-CEO Fler im Fokus der Verhandlungen stehen. In der Nacht zum 29 Dezember 2014 wurde ein junger Mann auf einem Feld bei Neuendorf brutal zusammengeschlagen und starb in der Folge an seinen Verletzungen.

Maskulin-CEO Fler soll ihm im Jahr 2011 einen Plattenvertrag bei Maskulin geboten haben, dem Label von Flizzy. Berichte in der Bravo sollten ihn bekannt machen durch deutschlandweite Promotion. Doch dazu kam es nicht, da sich Fler mit der Bravo zerstrit. Denn nach dem ersten Bericht war Schluss. Fler sollte angeblich aus Wut sterben, doch dazu kam es Gott sei Dank nicht.

 

Wir zitieren die Badische Zeitung:

 

“Selten kommen Richter mit einer farbenfrohen Bravo unter dem Arm aus dem Sitzungszimmer in den Verhandlungssaal. Und selten werden Farbkopien aus einer alten Bravo an Prozessbeteiligte verteilt.

Genau das ist am Montag, dem fünften Verhandlungstag des Neuenburger Feldmordprozesses, am Landgericht in Freiburg geschehen. Es ist eine Ausgabe der Jugendzeitschrift vom Sommer 2012. Darin zu finden ein Artikel mit mehreren Fotos des 24-jährigen Angeklagten als 18-jähriger Rapper.

Sollte die Tat den Angeklagten als Rapper berühmt machen?

Der Angeklagte selbst hat die Jugendzeitschrift auf Bitten der 16. Großen Strafkammer mitgebracht. Der Vorsitzende Richter Alexander Schöpsdau verliest die Reportage. Der jetzige Angeklagte wird als Nachwuchsrapper vorgestellt, dessen Vater sich vor seinen Augen erschoss, als er zehn Jahre alt war und der Gerichtsvollzieher nach Hause kam. Der Vater sei überschuldet gewesen. Im November 2011, auch das wird für die zumeist jungen Leser der Bravo ausgeführt, habe sich der beste Freund des Nachwuchsrappers wegen Liebeskummer von einem Zug überfahren lassen. Und am gleichen Tag wollte ihn der Rapper Fler aus Berlin unter seinem Label unter Vertrag nehmen.

Dieser Auszug könnte die Argumentation von Oberstaatsanwalt Eckart Berger stützen, die davon ausgeht, dass die Ermordung des 21-jährigen Rumänen in der Nacht zum 29. Dezember 2014 auf einem Feld bei Neuenburg von dem Angeklagten einzig und allein als Steigbügel für eine steile Karriere als Rapper mit Hilfe der Medien und des Internets dienen sollte. Zunächst sollte, so ist es im Prozess immer wieder zu hören, Fler selbst aus Wut über seinen Wortbruch getötet werden. Das Gericht wird die schwierige Aufgabe haben, aus kernigen Sprüchen von Jugendlichen aus dem Raum Neuenburg, von denen sich einige als Waffenschieber, andere als kiffende Drogenhändler und zeitweise auch als Einbrecher betätigt haben, eine beweis- und juristisch gut begründbare Wahrheit herauszufiltern.

Stummer Zeuge bei einem brutalen Mord gewesen zu sein und diese Tatsache den Medien so zu verkaufen, dass dabei über eine halbe Million Euro an Honoraren herausspringen, das sei einzig und allein der Plan des Angeklagten gewesen. Dies sagte sein ehemaliger bester Freund und “Bruder” aus, der zugegeben hat, den jungen Rumänen damals auf dem Feld eigenhändig erschlagen zu haben. Er ist wegen dieser Tat zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Angeklagte wurde freigesprochen, auf die Revision der Staatsanwaltschaft wurde sein Freispruch aufgehoben. Nun müssen andere Richter über vier Jahre nach dem Mord versuchen, ein Puzzle zusammenzusetzen, von dem einige Teile, insbesondere jene, die ein Motiv beschreiben könnten, schwer zu finden oder gar zu fehlen scheinen.

Waffen wurden nach der Tat versteckt

Zumal es damals einen dritten Tatverdächtigen gab, der kurz in Untersuchungshaft war, gegen den das Verfahren später jedoch von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden ist. Er und der später Ermordete hatten in einer Wohnung in Neuenburg gewohnt, sich ein Zimmer geteilt. Er war unmittelbar nach der Tat von dem Täter mit den Worten “Es ist was Schlimmes passiert” aus dem Bett geholt worden. Gemeinsam trugen sie mehrere scharfe Waffen, darunter eine Maschinenpistole, aus der Wohnung in der Nacht quer durch Neuenburg in eine Garage, wo sie die Polizei später sicherstellen konnte. Auf dem Rückweg waren die Beiden von der Polizei kontrolliert worden. Die Streife konnte nichts Verdächtiges feststellen. Gerade noch rechtzeitig hatte der Täter zuvor, ein Austreten vorgebend, die Tatwaffe, eine Beretta, abseits des Weges am Fuße eines Kreuzwegsteines unter Zweige geschoben. Monate später führte er die Polizei dorthin, wo die bereits stark angerostete Waffe, auch zum Vergleich der am Tatort gefundenen Projektile, geborgen werden konnte.

Warum musste der 21-jährige Rumäne eines aufgrund zahlreicher Schläge und Tritte grausamen Todes sterben? Etwa, weil der angebliche Plan, ihn mit einem Schuss von hinten in den Kopf zu töten, daran scheiterte, dass die Kugel nur streifend oder gar nicht traf? Oder weil die Beretta anschließend Ladehemmungen hatte? Wie sollte der Tod des 21-Jährigen den Angeklagten auf eine steile Karriereleiter als Musiker befördern?

Der Bravoartikel vom Sommer 2012 hat, so antwortet der Angeklagte auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden Richters Schöpsdau, “gar nichts gebracht”. Fler habe sich mit Bravo zerstritten. Es sei kein weiterer Artikel einer geplanten Serie mehr gedruckt worden. Der Angeklagte fügt hinzu: “Bravo wird von Zehn- bis Zwölfjährigen gelesen. Es war mir damals peinlich, als 18-Jähriger vier bis fünf Hefte zu kaufen.”

Bis Ende März ist der Prozess terminiert. Am Montag hat das Gericht die Prozessbeteiligten aufgefordert, weitere Verhandlungstage bis in den Mai zu planen. Am 18. Februar wird weiter verhandelt.”